MESROP Arbeitsstelle für Armenische Studien
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Gründung

Die Gründung der MESROP Arbeitsstelle

Die Arbeitsstelle für Armenischen Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist im Rahmen des Memorandums über die Zusammenarbeit auf den Gebieten Wissenschaft, Bildung und Kultur zwischen dem Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt/Bundesrepublik Deutschland und dem Ministerium für Kultur, Jugendangelegenheiten und Sport sowie dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Armenien entstanden. Während der Kulturtage der Republik Armenien in der Bundesrepublik Deutschland vom 3. September bis 16. Oktober 1998, die in Bonn, Bielefeld, Halle an der Saale, in der Lutherstadt Wittenberg und in Magdeburg stattfanden und unter der Schirmherrschaft des Ministers für Kultur, Jugend und Sport der Republik Armenien Roland Sharoyan und des Bundesministers des Auswärtigen Dr. Klaus Kinkel standen, wurde an der Sektion "Sprach- und Kulturwissenschaften" der Universitätsstiftung LEUCOREA die MESROP Arbeitsstelle für armenischen Studien gegründet und feierlich eröffnet.

Beim Festakt waren Vertreter der Republik Armenien unter der Leitung des Kulturministers Roland Sharoyan, der armenischen Kirche unter der Leitung des Primas der Armenischen Diözese in Deutschland Garegin Bektschyan (Köln), der Landesregierung von Sachsen-Anhalt, der Lutherstadt Wittenberg und der Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zugegen. Professor Dr. Hermann Goltz, Kirchenhistoriker, Ostkirchenkundler und Armenologe, langjähriger Studiensekretär der Genfer Konferenz der Europäischen Kirchen, Dekan der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Direktor der neuen Arbeitsstelle, hielt den Festvortrag über die Verbindung der großen Gestalten beider Völker, den Reformatoren und Innovatoren ihrer Kulturen Mesrop Maschtotz (360-440), dem Erfinder des armenischen Alphabets und Martin Luther, der Erstübersetzer der Bibel in die jeweilige nationale Sprache im 5. (Armenien) und 16. (Deutschland) Jahrhundert.

Zu den Ehrenbesuchern der Arbeitsstelle zählen der Ehrendoktor der Universität Halle-Wittenberg, der Katholikos aller Armenier Garegin der I. (1999), der Katholikos des Großen Hauses von Kilikien Aram der I. (Antelias, Libanon), der Patriarch des Kostantinopolitanischen Armenischen Patriarchats Mesrop der I. , die Kulturminister der Republik Armenien Roland Sharoyan (1998) und Hovhannes Hoveyan (2004) sowie andere namhafte Persöhnlichkeiten.

Mesrop und Luther starben am gleichen Tag, der eine 440 im armenischen Hochland, der andere 1546 in Wittenberg, am 17. Februar. Und ebenfalls am 17. Februar, im Jahr 1600, endete das Leben des Wittenberger Professors und "Ketzers" Giordano Bruno auf einem Scheiterhaufen in Rom. In seiner Lobrede auf die Wittenberger Universität hatte er damals schon Studenten aus dem Kaukasus begrüßt. An diesem Tag wird des Namenspatrons deer Arbeitsstelle durch Veranstaltungen zur Geschichte der deutsch-armenischen Beziehungen auf dem Gebiet der Sprache, Kultur, Wissenschaft und Bildung gedacht.